TL;DR
Das Codex-Nutzungslimit wurde zurückgesetzt. Eigentlich der perfekte Moment, um Aufgaben laufen zu lassen. Doch Codex konnte nicht einmal einen neuen Thread initialisieren:
failed to open thread writer lock ...
No space left on device (os error 28)
Das Problem war weder das Modell noch die Cloud oder das Rate Limit. Die SSD des Macs war tatsächlich voll.
Nach dem Löschen unnötiger Dateien und dem Freimachen von Speicher funktionierte Codex sofort wieder. Die Lehre: Eine KI-Arbeitsumgebung besitzt mehrere voneinander unabhängige Ressourcentanks — Cloud-Nutzung und lokalen Speicher. Bevor man eine neue SSD kauft, lohnt sich das alte Produktionsprinzip 2S: Seiri (Sortieren) und Seiton (Ordnen).
Codex: „Nutzung zurückgesetzt!“
Mac: „Freier Speicher: 0 GB.“
Codex: „Darf ich eine Lock-Datei mit ein paar KB schreiben?“
Mac: „Kein Grundstück mehr.“
Mensch: „Also wirklich gar nichts.“
1. Es begann als kleines Reset-Festival
Am 31. August 2026 machte auf X ein Hinweis zu einem Usage Reset für Codex / ChatGPT Work die Runde. Die Zurücksetzung sollte um 18 Uhr Pacific Time erfolgen; Nutzer wurden aufgefordert, möglichst viel Nutzung zu verbrauchen und neue Funktionen auszuprobieren.
Die Zeitzone konnte verwirren. Im August gilt an der US-Westküste normalerweise PDT (UTC-7), sodass 18 Uhr dort ungefähr 10 Uhr am Folgetag in Japan entspricht. Liest man „PST“ wörtlich als UTC-8, wären es etwa 11 Uhr. In beiden Fällen war der Reset am späten japanischen Vormittag bereits vorbei.
Auch die offizielle OpenAI-Dokumentation erklärt, dass berechtigte Nutzer gelegentlich einen einmaligen Reset von Codex- oder ChatGPT-Work-Limits erhalten können. Ein anderer Mechanismus, der banked reset, kann bei einem full reset das Fünf-Stunden- und Wochenfenster erneuern.
Erwartung:
Cloud-Tank voll. Los geht’s.
Dann stellte sich heraus: Der lokale Tank war leer.
2. Trotzdem konnte Codex wirklich nichts tun
Nach dem Reset scheiterte bereits das Anlegen eines neuen Threads.
Die entscheidende Meldung:
No space left on device (os error 28)
Ein thread writer lock ist keine große Datei. Es ist eher ein kleines Koordinationssignal: „Dieser Prozess schreibt gerade hier“, damit mehrere Prozesse nicht denselben Zustand gleichzeitig beschädigen.
Ist der Speicher komplett voll, kann selbst diese winzige Datei nicht mehr erstellt werden.
Modernste KI gestoppt durch:
„Leider kein Parkplatz für ein paar KB.“
Zukunftstechnologie trifft Grundstücksmangel.
3. os error 28 meinte es wörtlich
No space left on device bedeutet schlicht: kein freier Speicherplatz.
In diesem Fall war der Mac tatsächlich nahezu voll. Nach dem Löschen unnötiger Daten lief Codex sofort wieder.
- Codex versucht lokalen Thread-Zustand zu schreiben.
- Das Betriebssystem verweigert den Schreibvorgang.
- Thread-Initialisierung scheitert.
- Unnötige Dateien werden gelöscht.
- Das Dateisystem kann wieder schreiben.
- Codex funktioniert.
Die KI läuft in der Cloud, der Client braucht trotzdem lokalen State, Cache, Logs und Locks.
4. Eine volle SSD verhindert mehr als nur große Downloads
Anwendungen schreiben ständig kleine Daten:
- Lock-Dateien
- temporäre Dateien
- Logs
- Caches
- Einstellungen und Zustand
- Datenbank-Updates
- Git-Objekte
- Build-Artefakte
- temporäre OS- und App-Daten
Wenn der freie Speicher gegen null geht, kann selbst eine Oberfläche, die wie „nur Chat“ aussieht, keinen neuen Thread mehr anlegen.
Apple empfiehlt bei fast vollem Startvolume Systemeinstellungen → Allgemein → Speicher, unnötige Dateien zu entfernen, Daten gegebenenfalls auf externen Speicher zu verschieben und den Papierkorb zu leeren.
5. Nutzungslimit und SSD-Kapazität sind getrennte Budgets
| Ressource | Wenn sie leer ist | Diesmal |
|---|---|---|
| Codex / Work-Nutzung | Modellarbeit wird begrenzt | Zurückgesetzt |
| Lokaler Speicher | State, Logs und Locks können nicht geschrieben werden | Fast 0 |
Also:
Cloud: voller Tank
Lokal: leerer Tank
Ein Usage Reset setzt nicht gleichzeitig RAM, SSD, Netzwerk, Berechtigungen oder Git-Zustand zurück.
Je stärker KI-Agenten Teil des Alltags werden, desto wichtiger wird die getrennte Überwachung dieser Ressourcen.
6. Speicher freigeben — sofort repariert
Die reale Lösung war extrem einfach:
Unnötige Daten löschen.
Codex lief wieder.
Wenn noch Dutzende GB frei wären und derselbe Fehler bliebe, müsste man andere Ursachen prüfen. Hier war die Folge „voll → löschen → funktioniert“ jedoch eindeutig.
Der nächste Gedanke: SSD kaufen.
Aber SSDs kosten Geld.
Also erscheint eine überraschend industrielle Antwort:
Zuerst 2S.
7. Vor dem SSD-Kauf: digitale Red-Tag-Aktion
2S sind die ersten beiden Schritte von 5S:
- Seiri: Benötigtes von Unnötigem trennen und Unnötiges entfernen
- Seiton: Benötigtes so ordnen, dass es schnell gefunden und genutzt werden kann
Auf dem Computer gilt dasselbe.
Wenn 100 GB alte Installer, doppelte Repositories und vergessene Medien herumliegen, ist eine zusätzliche 1-TB-SSD wie ein zweites Lager zu bauen, weil das erste unordentlich ist.
Digitale 2S-Checkliste
- alte ZIP-, DMG- und Installationsdateien in Downloads
- ungenutzte Rohvideos und Bilder
- alte oder doppelte Git-Clones
- alte Build-Ausgaben
- ungenutzte Docker-Images, Container und Volumes
- Xcode-Simulatoren und DerivedData
- alte iPhone-/iPad-Backups
- riesige Logs und Crash Reports
- Reste deinstallierter Apps
- Papierkorb
Aber: Einen unbekannten Ordner nur wegen seiner Größe komplett zu löschen, ist kein 2S.
Das ist Abriss.
Vorher klären, was darin liegt — besonders bei Ordnern mit Authentifizierung, Einstellungen oder Sessions.
8. „Reicht 1 TB?“ lässt sich nach 2S besser beantworten
Sinnvolle Reihenfolge:
- echten Müll entfernen
- benötigte Datenmenge messen
- Wachstum ein bis zwei Monate beobachten
- erst dann mehr Speicher kaufen, wenn die interne SSD weiterhin oft voll ist
Für Code, Artikel und Git — ohne riesige 4K-Sammlungen, viele VMs oder lokale LLMs — kann 1 TB zusätzlicher Speicher enorm viel Luft schaffen.
Wenn 2S bereits mehrere hundert GB freimacht:
SSD-Kauf: verschoben
Geldbeutel: überlebt
Messen vor Investieren ist ebenfalls Verbesserung.
9. Wiederholung verhindern: Auch ein Mac braucht Instandhaltung
- Speicher monatlich prüfen
- Downloads regelmäßig aufräumen
- große Ordner nach Größe untersuchen
- Wegwerf-Clones und generierte Outputs entfernen
- Papierkorb nicht als Lager verwenden
- wichtige Daten vor dem Aufräumen sichern
- auf der internen SSD echte Reserve lassen
Freier Speicher ist kein Bestand, der bis zum letzten Byte verbraucht werden sollte.
Er ist Arbeitsfläche für Betriebssystem und Anwendungen.
Eine Fabrik funktioniert nicht, wenn Material alle Wege blockiert.
Ein Mac offenbar auch nicht.
10. Fazit: 2S funktioniert auch im KI-Zeitalter
In einem Satz:
Das Codex-Limit war zurückgesetzt, aber die SSD hatte 0 GB frei; nicht einmal eine kleine Lock-Datei konnte erstellt werden. Nach dem Löschen unnötiger Daten funktionierte alles wieder.
Modernes Werkzeug, klassische Lehre:
- Fehler lesen
- Kapazität prüfen
- Unnötiges entfernen
- Benötigtes ordnen
- Reserve lassen
Codex: „Ich kann mit dem neuesten Modell schlussfolgern.“
Mac: „Sie haben 0 GB frei.“
2S: „Gut. Rotes Etikett auf diesen Ordner.“


