Andere Spiele lassen einen „leicht“ oder „schwer“ wählen. In 1 in 8 Billion („1 von 8 Milliarden“) werden Geburtsland und Familie ausgelost, bevor die Figur irgendetwas tun kann. Erst danach kommen Schule, Job, Gesundheit, Liebe und Verlust. Darum lohnt es sich, vier Fragen zu trennen: Was trifft am härtesten, was hilft am meisten, was ist am unfairsten und was lässt sich nicht vermeiden? Hier ist je eine Tier-Liste dazu.
Trifft am härtesten: Ein Ereignis wiegt schwerer als alle Entscheidungen
SSS: Tod in der Kindheit. Das Spiel ist vorbei, bevor man einen Beruf wählen kann. SSS: kein Zugang zu Bildung. Die Auswahl wird schon kleiner, bevor man sie sieht. SS: schwere Krankheit oder Unfall. Ein guter Lauf kann abrupt enden. SS: Krieg oder der finanzielle Zusammenbruch der Familie. Selbst vernünftige Schritte kosten Mittel, die die Figur vielleicht nicht hat. Diese Stufen ordnen die Folgen nach Schwere und stammen von uns, es sind keine offiziellen Ereigniskategorien des Spiels.
In Zahlen: Die Ländertabelle des Spiels nennt eine Sterblichkeit vor dem fünften Geburtstag von 0,2 % für Japan, 11,3 % für Niger und 11,7 % für Nigeria. Das ist das Risiko bis zu diesem Alter insgesamt, nicht jedes Jahr ein neuer Wurf.
Hilft am meisten: Vorteile für das ganze Leben
SSS: echter Zugang zu Schule und medizinischer Versorgung. SS: Gesundheit. Laut Spiel beeinflusst sie das Sterberisiko und ob man weiterarbeiten kann. S: Wissen. Es hilft bei Prüfungen, Bewerbungen und beim Einstiegsgehalt, bringt ab etwa 70 aber immer weniger. S: Beziehungen. Sie spielen bei Ehekrisen, im Umgang mit Kindern, bei Mobbing und gegen Einsamkeit im Alter eine Rolle. A: Zufriedenheit. Wissen auf 100 zu pushen, während die anderen Balken brennen, ist am Ziel vorbei optimiert.
Am unfairsten: Einsatz und Ergebnis passen nicht zusammen
SSS: Geburtsland und Familie als Los. Die Regeln gelten schon, bevor man sie kennt. SS: Krankheit oder Unfall trotz kluger Entscheidungen. Bessere Chancen machen nicht unverwundbar. S: je nach Gesellschaft andere Auswahlmöglichkeiten. In Spielberichten tauchen Wehrpflicht oder Flucht auf, aber unter welchen Bedingungen genau, ist nicht belegt. Das Profil des Südsudan nennt 5,6 erwartete Schuljahre, 9,7 % Sterblichkeit vor dem fünften Geburtstag und 900 Dollar BIP pro Kopf. Wenn man spotten will, dann über den Satz „Wer sich anstrengt, schafft es“, nie über die Menschen, die unter solchen Bedingungen leben.
Lässt sich nicht vermeiden: Der Zufall spielt immer mit
SSS: der Zufall selbst. Hohe Werte verbessern im Spiel die Chancen, garantieren aber kein Ergebnis. SS: älter werden und Menschen verlieren, die man liebt. In einem veröffentlichten Spieldurchlauf aus Laos wächst die Figur arm auf dem Land auf, verliert früh die Partnerin und wird trotzdem 93 Jahre alt, umgeben von einer großen Familie. Ein schwerer Start heißt nicht, dass das ganze Leben traurig wird.
Und was nehmen wir daraus mit?
Die stärkste Kombination: echte Möglichkeiten, Gesundheit, genug Wissen, um Türen zu öffnen, und Beziehungen, die man pflegt. Die größte Ungerechtigkeit kommt vor dem ersten Klick. Einen Knopf, den es gibt, kann man optimieren; einen, den das Spiel nie angezeigt hat, kann man nicht drücken. Bevor man also sagt, jemand habe „schlecht gespielt“, sollte man schauen, wo er angefangen hat.
Quellen: offizielle Regeln, Ländertabelle, Südsudan, Laos-Spielbericht. Stand: 15. Oktober 2026. Das Spiel richtet sich an Personen ab 15 Jahren und behandelt schwere Themen.
