Du spielst einmal ein Horrorspiel und erkennst sofort, warum es wirkt: Die gleiche Umgebung taucht wieder auf, winzige Änderungen verlangen Aufmerksamkeit, ein Fehler schickt dich an den Anfang zurück.
Analyse abgeschlossen. Kein wochenlanges Grübeln über dasselbe Spiel.
Tage später kommt bei einer ganz anderen Tätigkeit der Gedanke: „Moment, das könnte auch auf einer Artikelseite funktionieren!“
Offenbar hat die Ideenabteilung im Kopf eigenmächtig Überstunden angeordnet.
Nicht die Kulisse kopieren, sondern den Mechanismus verstehen
Übertragbar sind nicht Figuren oder Räume, sondern die Beziehungen zwischen den Elementen: Wiederholung, Suche nach kleinen Abweichungen, Entscheidung und Konsequenz. Auf einer Website könnten ähnlich aussehende Seiten so zu einem anderen Spiel werden.
In der Psychologie untersucht man solche Verbindungen als Analogien. Gentner zeigt, wie der Vergleich von Strukturen neue Schlüsse begünstigt. Chen untersuchte experimentell, unter welchen Bedingungen sich Erkenntnisse aus einer Situation auf eine andere übertragen lassen.
Ein später Einfall ist kein Beweis für ständiges Grübeln
Vielleicht war das Muster nach dem ersten Erlebnis schon klar. Später tauchte nur ein passender Anwendungsfall auf: Auf einer Website können dieselben Seiten ebenfalls wiederholt angezeigt werden. Plötzlich passen beide Gedanken zusammen.
Das ist eine mögliche Erklärung, keine direkte Messung dessen, was in einem bestimmten Kopf passiert.
Dasselbe Denken fällt bei einer Quittung auf
Ein Kassenbon nennt alle gekauften Artikel. Dann ersetzt man ihn durch eine schicke Quittung, auf der nur die Gesamtsumme steht. Die bessere Frage lautet nicht „Welches Papier wirkt offizieller?“, sondern: „Was soll es überhaupt nachweisen?“
Wenn die Firma prüfen möchte, welche Waren gekauft wurden, ist der Verlust der Einzelposten ein Nachteil. Namen, Datenschutz und Buchführungsregeln können zusätzliche Unterlagen erfordern. Der Zweck der Unterlagen sollte trotzdem sichtbar bleiben.
Schnelle Ideen sind noch keine fertigen Lösungen
Ein Einfall kann großartig oder unpraktisch sein. Erst ein kleiner Test zeigt, ob die Sache funktioniert. KI kann solche Prototypen beschleunigen und eine bestehende Stärke sichtbarer machen; ein plötzlicher Intelligenzsprung ist damit nicht nachgewiesen.
Kommt die Idee beim Autofahren, gehört die Eingabe auf die Zeit nach einem sicheren Halt.
Ideenabteilung: „Wir haben ein neues Projekt!“
Umsetzung: „Das letzte ist noch nicht fertig!“
Man wollte nur herausfinden, wie flexibel man denkt – und hat sich gleich noch einen Auftrag gegeben.
