Im Einkaufszentrum ist am Wochenende die Hölle los, nur im Yogibo-Laden herrscht Ruhe. Da liegt der Gedanke nahe: Verkauft die Marke überhaupt noch etwas? Doch die Zahl der Menschen vor Ort ist kein Geschäftsbericht.
Ein langlebiges Sofa kauft man nicht jede Woche
Frische Brötchen braucht man ständig. Einen großen Sitzsack eher nicht. Wer ein Produkt mag und jahrelang nutzt, hat womöglich lange keinen Grund, ein neues zu kaufen. Yogibo bietet außerdem Reparatur- und Pflegemöglichkeiten für bereits gekaufte Produkte an.
Das kann seltenere Einkäufe erklären, beweist aber keinen aktuellen Umsatzrückgang. Dafür bräuchte man neuere Zahlen und Informationen darüber, wann Kunden Ersatz kaufen.
Erst probesitzen, später online bestellen
Auf Fotos lassen sich Größe und Sitzgefühl nur schwer einschätzen. Man kann im Laden ein Modell testen, zu Hause den Platz ausmessen und anschließend online bestellen. Wer ohne Einkaufstasche hinausgeht, ist nicht unbedingt als Kunde verloren.
Umgekehrt beweist ein leerer Laden nicht, dass das Onlinegeschäft hervorragend läuft. Das ist eine andere Frage, für die ebenfalls Zahlen fehlen.
Wenn niemand da ist, traut man sich manchmal erst recht nicht rein
Zwei Mitarbeitende, sonst kein Kunde. Eigentlich möchte man nur fünf Sekunden auf einem Sitzsack Platz nehmen, aber plötzlich fühlt es sich wie ein Bewerbungsgespräch an. Manche freuen sich über Beratung, andere möchten lieber unbeobachtet stöbern.
Das ist weder ein Vorwurf an das Yogibo-Personal noch eine belegte Ursache für schwache Besucherzahlen. Es ist lediglich eine denkbare Reaktion.
Was verraten die veröffentlichten Zahlen?
Eine ältere Unternehmensvorstellung nannte 9,5 Milliarden Yen Umsatz für das im Juli 2020 beendete Geschäftsjahr und 21,26 Milliarden Yen für das Geschäftsjahr bis Juli 2022. Das sind keine Umsatzzahlen für 2026. Zudem gab es offizielle Ankündigungen für Neueröffnungen in Osaka im Juni 2026 und Okinawa im September 2026. Neue Läden sagen allein aber nichts über den Gewinn des Gesamtunternehmens aus.
Fazit: „Dieser Laden ist gerade leer“ beschreibt eine Beobachtung. „Die Marke steckt in der Krise“ braucht aktuelle Umsatzdaten, auch aus dem Onlinehandel. Und wer nur probesitzen will, darf genau das sagen. Ein Lebenslauf gehört nicht zur Sitzprobe.
Quellen (3)
- Historische Umsatzzahlen: https://www.wantedly.com/projects/1207456
- Filialen und Reparatur: https://yogibo.jp/pages/store-location-detail , https://yogibo.jp/pages/repair
- Neueröffnungen 2026: https://yogibo.jp/blogs/life/news-20260605-sakaikitahanada-open , https://yogibo.jp/blogs/life/yogibo-store-ias-okinawa-toyosaki-renewal-open




