Die kurze Antwort aus einem echten Fall: Am Antrag war nichts falsch. Am Telefon erklärte das Finanzamt, dass ein Fehler im eigenen System schuld war – kurz nachdem Japan am 24. September 2026 sein nationales Steuersystem umgestellt hatte. Ein Anruf und ein Besuch am Schalter mit Führerschein und einer Steuermarke für 400 Yen, und die Sache war erledigt.
Hier steht, was passiert ist, was man mitbringen muss, warum die Gebühr mal 370 und mal 400 Yen beträgt und was man tun sollte, wenn dieselbe Meldung erscheint.
1. „Wenden Sie sich an uns“ – aber wie, steht nirgends
Die Bescheinigung über gezahlte Steuern wurde über e-Tax beantragt, Japans Online-Steuerportal.
Die Rückmeldung lautete ungefähr:
„Konnte nicht ausgestellt werden. Für Einzelheiten wenden Sie sich bitte an das Amt, bei dem Sie den Antrag gestellt haben.“
Schön. Und die Telefonnummer?
Auf dem Bildschirm standen Nutzerkennung, Eingangsnummer, Datum und Uhrzeit, sogar der Name des zuständigen Finanzamts. Es fehlten genau die zwei Dinge, die man als Nächstes braucht: warum es nicht geklappt hat und wie man dieses Amt erreicht.
Am Ende sucht man die Nummer selbst heraus.
2. Um welche Bescheinigung ging es?
Es war eine Steuerbescheinigung vom Typ 3-2 für Privatpersonen.
Sie bestätigt, dass bei Einkommensteuer und Sonder-Einkommensteuer für den Wiederaufbau sowie bei Verbrauchsteuer und lokaler Verbrauchsteuer nichts offen ist.
Es sollte also nichts neu berechnet werden. Gefragt war nur eine offizielle Bestätigung: „Schuldet diese Person bei diesen Steuern etwas?“
Wenn die einzige Antwort „konnte nicht ausgestellt werden“ lautet, sucht man den Fehler zuerst bei sich:
- Habe ich etwas falsch ausgefüllt?
- Habe ich irgendwo Steuerschulden?
- Darf ich das gar nicht beantragen?
- Habe ich einen Anhang vergessen?
Nichts davon. Am Telefon erklärte das Finanzamt, dass der Antrag wegen eines Systemfehlers nicht bearbeitet werden konnte und die Fehlermeldung automatisch verschickt wurde.
Man hat nichts falsch gemacht, gestolpert ist das System – und trotzdem bringt einen die Meldung dazu, erst mal den eigenen Antrag zu prüfen.
3. Der Grund: ausgerechnet die Woche der Systemumstellung
Das war nicht nur Pech mit einer einzelnen Seite.
Die japanische Nationale Steuerbehörde teilte mit, dass sie ihr nationales Steuersystem am 24. September 2026 umgestellt hat.
Eine offizielle Mitteilung vom selben Tag erklärte, dass die Systeme an den Schaltern der Finanzämter nicht richtig liefen und Dinge wie Barzahlungen oder die Ausgabe von Steuerbescheinigungen deshalb deutlich länger dauerten. Dort stand auch, dass Bescheinigungen selbst bei Antrag über e-Tax nicht sofort ausgestellt werden konnten und die elektronische Steuerbescheinigung vorerst ausgesetzt war.
Am 25. September fielen einige e-Tax-Funktionen aus. Am 28. September gab die Behörde bekannt, dass ein am 24. veröffentlichtes Update der e-Tax-Software nicht richtig erkannt wurde, und dass der Fehler behoben ist.
Ob dieser einzelne Fehler genau dieselbe Ursache hatte wie eines dieser Probleme, lässt sich deshalb nicht sicher sagen.
Sicher ist der Zeitpunkt: Der Antrag kam direkt nach einer riesigen Systemumstellung, während die Behörde selbst öffentlich mehrere Störungen und Verzögerungen bei den Bescheinigungen meldete.
Beim Nachsehen am 29. September 2026 zeigte die e-Tax-Startseite noch immer die dringende Mitteilung zu Verzögerungen an den Finanzamtsschaltern.
Das Kuriose: Während die Computer verstopft waren, hieß es am Telefon, am Schalter sei „nicht viel los“.
4. Die Lösung: direkt zum Schalter im Finanzamt
Nachdem die Ursache am Telefon geklärt war, war der Rat einfach: Wer die Bescheinigung noch braucht, kommt ins zuständige Finanzamt.
In diesem konkreten Fall sollte man laut Telefonauskunft mitbringen:
- den Führerschein als Ausweis
- eine Steuermarke für 400 Yen für 1 Exemplar
Außerdem hieß es, man solle die Steuermarke für 400 Yen am besten vorher kaufen, etwa bei der Post, das spare Zeit.
Man nimmt den Online-Weg, um nicht hingehen zu müssen – und am Ende ist die zuverlässigste Lösung die altbekannte: Papier, Ausweis und ein Mensch hinter dem Schalter.
5. Vor Ort: als Erster dran
Im Finanzamt wartete niemand am Schalter. Sofort an der Reihe.
Nach den offiziellen Warnungen vor Verzögerungen kurz nach der großen Umstellung hatte man mit Wartezeit gerechnet. Zumindest in diesem Moment gab es aber gar keine Schlange, und es sah so aus, als ginge alles viel schneller als gedacht.
Online brauchte es eine Fehlermeldung, die Suche nach einer Nummer und einen Anruf. Vor Ort ging es direkt an den Schalter. Ausnahmsweise war die Schlange aus Menschen kürzer als die im Computer.
Die Bescheinigung wurde für die Unternehmensverifizierung bei Meta gebraucht. Im Feld für den Verwendungszweck auf dem Formular schreibt man am einfachsten genau diesen Zweck hinein, damit der Empfänger weiß, wofür das Dokument gedacht ist.
6. „Führerschein + 400 Yen“ gilt nicht überall
Das ist wichtig.
Führerschein und Steuermarke waren das, was ein bestimmtes Finanzamt dieser Person am Telefon gesagt hat.
Für einen normalen Antrag auf Papier am Schalter nennt die Nationale Steuerbehörde:
- das ausgefüllte Antragsformular für die Steuerbescheinigung
- die Gebühr, bezahlt mit Steuermarke oder bar
- die My-Number-Karte
- ohne My-Number-Karte: einen Ausweis plus ein Dokument, auf dem die My-Number-Nummer steht
- eine Vollmacht, wenn jemand anderes für einen hingeht
„Einfach den Führerschein mitbringen“ ist also kein sicherer Tipp für jedes Finanzamt.
Vermutlich waren die Hinweise hier einfacher, weil dem Amt der e-Tax-Antrag und die Angaben zum Fall schon vorlagen.
Am sichersten ist es, vorher beim eigenen Finanzamt anzurufen.
7. 400 oder 370 Yen? Beides stimmt
Auch die Gebühr sorgt leicht für Verwirrung.
Nach den aktuellen offiziellen Angaben kosten Bescheinigungen vom Typ 3 und Typ 4 (einschließlich Typ 3-2 und 3-3):
- 370 Yen pro Exemplar bei Antrag über e-Tax
- 400 Yen pro Exemplar bei Antrag auf Papier am Schalter
„Typ 3-2 kostet 400 Yen“ und „er kostet 370 Yen“ sind also beide nur halb richtig. Es kommt darauf an, wie man beantragt.
Wenn e-Tax scheitert und man wie hier auf einen Papierantrag am Schalter umsteigt, sind es 400 Yen.
Wer mit Steuermarke bezahlt, darf sie nicht selbst abstempeln oder entwerten. Die Nationale Steuerbehörde schreibt ausdrücklich, dass eine entwertete Marke ungültig ist.
Einmal hilfsbereit gestempelt, und die 400 Yen sind weg. Einfach unberührt mitbringen.
8. Wenn dieselbe Meldung kommt: so geht man vor
- Nicht gleich annehmen, dass man selbst einen Fehler gemacht hat.
- Das Finanzamt anrufen, das in der Mitteilung steht. Eingangsnummer und die übrigen Angaben vom Bildschirm bereithalten und fragen, warum die Bescheinigung nicht ausgestellt wurde.
- Wenn es ein Systemfehler war, geht ein Antrag am Schalter oft schneller, als denselben Antrag immer wieder zu schicken.
- Vor dem Besuch telefonisch klären, was man mitbringen muss. Allgemein gilt: My-Number-Karte oder ein Ausweis plus ein Dokument mit der My-Number-Nummer; auf Papier kosten Bescheinigungen vom Typ 3 400 Yen pro Exemplar.
- Wenn man die Steuermarke vorher kaufen soll: bei der Post oder einer anderen Verkaufsstelle kaufen und unverändert mitbringen. Nicht selbst entwerten.
- Bei großen Systemumstellungen wie Ende September 2026 vor dem Losgehen die Mitteilungen der Nationalen Steuerbehörde zu Störungen und Verzögerungen prüfen.
9. Was auf der Fehlerseite hätte stehen sollen
Störungen kommen vor. Direkt nach einer so großen Umstellung ist null Probleme nicht realistisch.
Entscheidend ist, was die Seite einem sagt, wenn etwas schiefgeht. Mindestens das sollte dort stehen:
- Welche Art von Problem: ein Fehler im eigenen Antrag oder ein Fehler im System.
- Was als Nächstes zu tun ist: erneut versuchen, abwarten oder das Finanzamt kontaktieren.
- Wie man es erreicht: Wenn die Seite den Namen des Finanzamts anzeigen kann, kann sie auch die Telefonnummer anzeigen.
- Ein Link zur offiziellen Störungsmeldung, gerade direkt nach einer Systemumstellung.
Die jetzige Meldung packt alles in „wenden Sie sich für Einzelheiten an das Amt“, auch wenn das System schuld ist. Sinngemäß: „Hat nicht geklappt. Warum, sagen wir nicht. Rufen Sie halt an.“
Ein Defekt im Inneren des Systems sollte nicht zur Telefonnummern-Suche für die Nutzer werden.
Am Ende musste nichts neu eingegeben und keine Steuer geprüft werden. Es brauchte einen einzigen Anruf. Wenn die Seite eine Eingangsnummer mit 12 oder mehr Stellen anzeigen kann, passt dort auch eine Telefonnummer mit etwa 10 Stellen hin.
Offizielle Quellen
- Nationale Steuerbehörde: Antrag auf eine Steuerbescheinigung
https://www.nta.go.jp/taxes/nozei/nozei-shomei/01.htm - e-Tax: Antrag auf Steuerbescheinigungen
https://www.e-tax.nta.go.jp/tetsuzuki/shomei_index.htm - Nationale Steuerbehörde: Verzögerungen an den Schaltern der Finanzämter
https://www.nta.go.jp/files/000041014.pdf - e-Tax: einige e-Tax-Funktionen nicht verfügbar
https://www.e-tax.nta.go.jp/topics/2026/topics_20260925_mentenansu.htm - e-Tax: Behebung eines Fehlers in der e-Tax-Software
https://www.e-tax.nta.go.jp/topics/2026/topics_20260928_e-taxsoft.htm - Nationale Steuerbehörde: Umstellung des nationalen Steuersystems
https://www.nta.go.jp/taxes/shiraberu/sodan/system.htm
Hinweis
Nutzerkennung, Eingangsnummer, das konkrete Finanzamt, Adresse, Telefonnummer und Name wurden weggelassen. Dass es ein Systemfehler war, stammt aus dem Anruf der betroffenen Person beim Finanzamt; dieser Text behauptet nicht, dass die technische Ursache dieselbe war wie bei den von der Behörde gemeldeten Störungen. Gebühren und Unterlagen folgen den offiziellen Angaben vom 29. September 2026, getrennt von den telefonischen Hinweisen.




