Die Antwort in fünf Sekunden
Der beste Umgang mit Werbeblockern ist nicht, sie auszutricksen.
Sondern eine Website zu haben, bei der 100 % der Werbung verschwinden können, ohne dass 100 % der Einnahmen mit verschwinden.
Werbung, Partnerlinks, Gutscheincodes, Sponsoren, eigene Produkte, Mitgliedschaften, Newsletter und Verkäufe an Firmen.
Wenn du mehrere dieser Quellen kombinierst, ist ein Besucher, der alle Anzeigen blockt, nicht mehr genau null Euro wert.
Du musst die Zukunft deiner Seite nicht auf die „Weltmeisterschaft im Bitte-schalte-deinen-Adblocker-aus" setzen.
1. Der Widerspruch: Du willst mit Werbung verdienen, blockst sie aber selbst
Als Seitenbetreiber willst du Werbeeinnahmen.
Aber wenn du selbst als Leser surfst, willst du wahrscheinlich:
- keine Banner
- keine Pop-ups
- nicht verfolgt werden
- keine seltsamen Weiterleitungen über Partnerlinks
- schnelle Seiten
Also setzen sich deine zwei Persönlichkeiten zusammen.
Betreiber: „Bitte schau dir die Werbung an."
Leser: „Nein."
Betreiber: „Aber ich muss Rechnungen bezahlen."
Leser: „Nicht mein Problem. Tab zu."
Dieser Widerspruch ist ganz normal.
Und Erweiterungen zum Werbeblocken sind nur ein Teil der Geschichte.
Apple erklärt, dass das private Surfen in Safari bekannte Tracker stoppt und Tracking-Infos, mit denen man einzelne Menschen erkennen kann, aus Webadressen entfernt.[1] Brave gibt an, Werbung und Tracker, die die Privatsphäre verletzen, standardmäßig zu blockieren.[2] Firefox schaltet im Standardmodus Total Cookie Protection ein. Damit werden die Cookies jeder Website getrennt gespeichert, sodass dich niemand von Seite zu Seite verfolgen kann.[3]
Die Annahme „Solange keiner eine Erweiterung installiert, ist das Werbe-Tracking sicher" stimmt also nicht mehr.
Der Browser selbst wird nach und nach zum Türsteher.
2. Trenne zuerst: „Wird die Anzeige gezeigt?" und „Wird mir der Verkauf gutgeschrieben?"
Werbeblocker richten nicht nur eine Art von Schaden an.
A. Die Werbung verschwindet
Banner, der Code von Werbenetzwerken und eingebettete Werbekästen auf der Seite können blockiert werden.
Wird die Anzeige nicht gezeigt, verdienst du nichts daran.
B. Das Tracking wird schwächer
Auch ohne Werbung: Wenn Cookies, Weiterleitungen, Codes in Links und fremde Tracker eingeschränkt werden, können Partnerprogramme schwerer erkennen, dass ein Verkauf von dir kam.
C. Manche Einnahmen gehen gar nicht kaputt
Ein Leser schließt eine bezahlte Mitgliedschaft ab.
Jemand kauft dein eigenes Produkt.
Ein Sponsor zahlt jeden Monat einen festen Betrag.
Eine Firma zahlt dafür, deine API zu nutzen.
Nichts davon hängt wirklich davon ab, ob der Werbecode auf dieser Seite geladen wurde.
Das ist der Kern.
Gegen Adblocker robust zu sein heißt nicht, sich an ihnen vorbeizuschmuggeln. Es heißt, möglichst wenig davon abzuhängen, dass Werbung angezeigt wird.
3. Einnahmequellen danach sortiert, wie gut sie Blocker überstehen
Nichts ist zu 100 % blockiersicher, aber die Quellen hängen von sehr unterschiedlichen Dingen ab.
| Einnahmequelle | Wie gut sie Werbeblocker und Tracking-Grenzen übersteht | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Werbenetzwerke | Schwach | Läuft leicht automatisch, aber ohne Anzeige kein Geld |
| Normale Partnerlinks | Mittel | Können von Weiterleitungen, Codes im Link oder Cookies abhängen |
| Gutscheincodes | Stark | Der Shop zählt die Code-Nutzung selbst |
| Direkte Sponsoren | Stark | Bei einem Festpreis ist egal, wie oft die Anzeige erscheint |
| Eigene Produkte und Apps | Sehr stark | Preis, Gewinn und Bedienung bestimmst du selbst |
| Mitgliedschaften und Trinkgeld | Sehr stark | Leser unterstützen die Seite direkt |
| Bezahlter Newsletter | Sehr stark | Ein Weg zu den Lesern außerhalb von Webwerbung |
| Daten, Inhalte oder API an Firmen verkaufen | Sehr stark | Ein ganz anderes Geschäft |
Kurz gesagt: Wer sein Haus nur auf Werbenetzwerke baut, verliert das Fundament, sobald ein Werbeblocker auftaucht.
Also stell lieber gleich etwa acht Säulen auf.
Dann ist es kein Haus mehr, sondern eine Festung.
4. Starke Option 1: Gutscheincodes
Eine Schwachstelle von Partnerlinks: Manche verlassen sich auf Tracking im Browser, um zu wissen, wer den Käufer geschickt hat.
Gutscheincodes öffnen einen zweiten Weg.
Beispiel:
„Mit dem Code MENDOI10 bekommst du 10 % Rabatt."
Leser ↓ liest den Artikel ↓ geht in den Shop ↓ gibt den Code ein ↓ der Shop erfasst den Code ↓ du bekommst deine Provision
So muss der Beweis, dass du den Kunden geschickt hast, nicht nur in einem Drittanbieter-Cookie liegen.
Perfekt ist das aber nicht.
- Der Code kann auf andere Seiten kopiert werden
- Es kann unklar werden, wer ihn zuerst empfohlen hat
- Der Shop muss bereit sein, einen eigenen Code für dich anzulegen
- Die Provision musst du vielleicht selbst aushandeln
- Du brauchst Regeln gegen Missbrauch und gegen das Abwandern auf Gutscheinseiten
Trotzdem: Ein zweiter Weg, um Verkäufe gutgeschrieben zu bekommen, ist viel besser, als alles darauf zu setzen, dass ein Tracking-Link überlebt.
5. Starke Option 2: Sponsoring direkt verkaufen, ohne Werbenetzwerk
Mit einem Werbenetzwerk sieht die Kette so aus:
Werbekunde ↓ Werbenetzwerk ↓ Deine Website ↓ Leser
Wenn du direkt verkaufst, wird daraus:
Firma ↓ Deine Website ↓ Leser
Verkaufen kannst du zum Beispiel:
- ein monatliches Sponsoring der ganzen Seite
- einen Sponsor für ein Spezialthema
- einen Sponsor für eine Rubrik
- ein Newsletter-Sponsoring
- Plätze für „Sponsor des Monats"
- gesponserte Studien und Berichte
Mit einem festen Monatspreis musst du nicht alles einer Auktion überlassen, die pro Anzeige bezahlt.
Das Wichtigste: Es geht nicht darum, zu verstecken, dass es Werbung ist.
Im Gegenteil.
Kennzeichne sie klar mit Wörtern wie „Anzeige", „Werbung" oder „Gesponsert".
In Japan ist seit dem 1. Oktober 2023 Schleichwerbung, die Verbraucher nicht leicht als Werbung erkennen können, durch das Gesetz gegen irreführende Werbung geregelt.[5] Auch die US-Behörde FTC hat einen Leitfaden, damit Leser Werbung, die wie normaler Inhalt aussieht, von echten Inhalten unterscheiden können.[6]
Robust gegen Werbeblocker zu sein und Werbung als Artikel zu tarnen, sind zwei völlig verschiedene Dinge.
Das Erste betrifft, wie du Geld verdienst.
Das Zweite ist eine Frage der Ehrlichkeit.
6. Starke Option 3: Eigene Produkte sind der einfachste Weg
Apps, E-Books, Vorlagen, Tools, Daten, Software, Kurse, physische Produkte.
Auf deiner Seite setzt du einen ganz normalen Link wie:
„Hier ist unser Tool, das das Problem aus diesem Artikel löst."
Das ist kein Werbeplatz.
Wenn der Leser auf die Produktseite geht und kauft, passiert der Verkauf ganz ohne Werbefirma dazwischen.
Der Ablauf ist einfach:
Artikel ↓ der Leser versteht das Problem ↓ entdeckt die Lösung ↓ dein Produkt ↓ Kauf
Du kommst weg von „das Produkt von jemand anderem zeigen und ein paar Cent bekommen"
hin zu „das eigene Produkt verkaufen und den Gewinn behalten".
Klar, ein Produkt zu bauen macht mehr Arbeit.
Dafür bestimmst du selbst über Preis, Bedienung, Marke, Abos und wie schnell du verbesserst.
7. Mitgliedschaften und Trinkgeld: nicht „schau Werbung", sondern „zahl, wenn du helfen willst"
Du musst nicht allen Lesern Geld abnehmen.
Kostenlose Artikel bleiben kostenlos.
Obendrauf kannst du anbieten:
- Mitgliedschaft ohne Werbung
- Unterstützer-Mitgliedschaft
- Trinkgeld
- Artikel nur für Mitglieder
- früherer Zugang
- Artikel speichern und sammeln
- bessere Suche
- Hilfsfunktionen mit KI
Google selbst erklärt, dass die AdSense-Nachrichten zur Umsatzwiederherstellung bei Werbeblockern nicht nur darum bitten können, Werbung zuzulassen. Sie können auch andere Wege zur Unterstützung anbieten, etwa ein Abo, das die Seite selbst einrichtet.[4]
Selbst die Werbeplattform unterstützt also die Idee:
„Wenn keine Werbung laufen kann, biete eine andere Möglichkeit zur Unterstützung an."
Von allen 500 Yen im Monat zu verlangen, ist die Hölle. Wenn aber nur deine treuesten Fans zahlen, sieht die Sache ganz anders aus.
8. Ein Newsletter schafft eine Einnahmequelle außerhalb des Browsers
Wenn deine Website der einzige Weg zu deinen Lesern ist, trifft dich jede Änderung bei Suchmaschine, sozialen Netzwerken, Browsern und Werbeblockern mit voller Wucht.
Mit einer E-Mail-Liste hast du einen zweiten Weg:
Website ↓ Leser meldet sich an ↓ Newsletter ↓ Leser kommt zurück ↓ Sponsoren, Produkte, Mitgliedschaften
Der Wert liegt nicht darin, dass du ohne Ende Werbe-Mails verschicken kannst.
Sondern darin, dass du nicht jedes Mal die Suchmaschine anbetteln musst, um dieselbe Person wieder zu erreichen.
Du kannst im Newsletter selbst einen Sponsorenplatz verkaufen oder auf deine eigenen Produkte hinweisen.
Natürlich brauchst du eine Einwilligung, eine einfache Abmeldung und musst dich an die E-Mail-Regeln im jeweiligen Land halten.
9. Wenn du wächst, werden Verkäufe an Firmen plötzlich richtig stark
Seitenbetreiber denken oft in „Wie viel ist ein Seitenaufruf wert?".
Aber wenn deine Seite wächst, sind Seitenaufrufe nicht mehr das Einzige, was du verkaufen kannst.
Zum Beispiel:
- Artikeldaten
- Inhalte in vielen Sprachen
- Produktdaten
- Vergleichsdaten
- eigene Ranglisten
- Zugang per API
- Studien und Berichte
- Lizenzen für Inhalte
- Versionen, die andere Firmen unter ihrer eigenen Marke nutzen können
- Daten-Übersichten für Firmen
Wenn eine Firma dich jeden Monat bezahlt, ist egal, wie viele Anzeigen deine Leser in diesem Monat geblockt haben.
Ab diesem Punkt ist deine Website nicht mehr nur eine Werbefläche, sondern eine Fabrik, die Daten, Inhalte und Reichweite produziert.
Das Gespräch ändert sich von
„Unsere Werbung wird geblockt!"
zu
„Ja gut, aber der Firmenvertrag wurde gerade verlängert."
Eine andere Welt.
10. Was du nicht zu deinem Hauptplan machen solltest
Ein endloser Technikkrieg gegen Werbeblocker
Blocker erkennen ↓ Werbung unter neuem Namen ausliefern ↓ Blocker wird aktualisiert ↓ wieder tarnen ↓ wieder aktualisiert
Du und die Erweiterung spielt für immer Katz und Maus.
Und selbst wenn du gewinnst, kann es für deine Leser schlechter werden.
Leser zwingen, den Werbeblocker auszuschalten
Bei manchen Seiten funktioniert das.
Aber wenn eine Seite mit kostenlosen Artikeln plötzlich sagt: „Du liest kein einziges Wort, bis du deinen Adblocker ausschaltest", drücken viele einfach auf Zurück.
Google AdSense hat eine Nachrichtenfunktion für Nutzer mit Werbeblocker, die auch andere Möglichkeiten anbieten kann, statt nur um das Zulassen von Werbung zu bitten.[4]
Die Wahl muss also nicht „Werbung schauen oder gehen" heißen.
Sponsoren als normale Artikel tarnen
Das ist keine neue Einnahmequelle.
Das ist einfach Vertrauen kaputtmachen.
Du schlägst den Werbeblocker und verlierst das Vertrauen deiner Leser.
Ein ziemlich trauriger Sieg.
11. Am stärksten ist eine Mischung aus Einnahmequellen
Es hilft, deine Einnahmen als Formel aufzuschreiben:
Gesamteinnahmen
Werbung + Partnerlinks + Gutscheincodes + Sponsoren + eigene Produkte + Mitgliedschaften + Newsletter + Verkäufe an Firmen
Leser A sieht die Werbung.
Leser B blockt alles, kauft aber dein Produkt.
Leser C kauft nichts, teilt aber deine Artikel mit Freunden.
Leser D wird Mitglied.
Firma E wird Sponsor.
Firma F zahlt für deine API.
Nicht alle müssen dich auf die gleiche Weise bezahlen.
Statt zu fragen „Wie viel Werbegeld hole ich aus einem Seitenaufruf?", frag dich „Welcher faire Austausch ist über die ganze Beziehung mit dieser Person möglich?".
Wenn du so denkst, bleibt die Adblocker-Quote eine Zahl, die man im Blick behält. Aber sie ist nicht mehr die eine Zahl, die über das Überleben deiner Seite entscheidet.
12. Eine einfache Reihenfolge für den Start
Du musst nicht alles auf einmal machen.
Schritt 1
Behalte deine bisherige Werbung und deine Partnerlinks.
Es gibt keinen Grund, Geld wegzuwerfen, das noch reinkommt.
Schritt 2
Miss, wie viele Besucher Werbung blocken und wie viel Werbegeld dir dadurch entgeht.
Mit Google AdSense kannst du einen Tag einbauen, der Daten zum Blocken sammelt, auch wenn du nie eine Wiederherstellungs-Nachricht zeigst.[7]
Erst mal den Lebensbalken des Gegners checken.
Schritt 3
Füge Gutscheincodes, direkte Sponsoren und Links zu deinen Produkten hinzu, eins nach dem anderen.
Schau, ob Geld reinkommt, das nicht aus Werbung stammt.
Schritt 4
Füge einen Newsletter und Mitgliedschaften hinzu.
So kommen Leser wieder und du baust eine direkte Beziehung auf.
Schritt 5
Verkaufe erst dann an Firmen, wenn etwas groß genug geworden ist.
Erweitere auf API-Zugang, Daten, Lizenzen und Firmentarife.
Wenn du alles gleichzeitig startest, hast du nicht mehr Einnahmequellen. Du hast nur mehr Verwaltungsoberflächen.
Und das ist ehrlich gesagt anstrengend.
13. Fazit: Schlag den Adblocker nicht, sondern mach ihn unwichtig
Werbung wird nicht verschwinden.
Partnerlinks funktionieren weiterhin gut.
Du musst sie also nicht aufgeben.
Schwach ist nur, wenn du sonst nichts hast.
Selbst wenn Leser deine Werbung nicht sehen, aber:
- Leute deine Gutscheincodes nutzen
- Sponsoren dich bezahlen
- deine Produkte sich verkaufen
- Mitglieder dich unterstützen
- Leser über deine E-Mails zurückkommen
- Firmen Verträge unterschreiben
dann ist der Werbeblocker kein Schalter mehr, der deine Einnahmen auf null setzt.
Das eigentliche Ziel ist nicht, ein geniales JavaScript zu schreiben, das Werbung an jedem Blocker vorbeischmuggelt.
Sondern ein System aufzubauen, in dem auch Leser mit Werbeblocker etwas Wertvolles von dir bekommen und du trotzdem auf anderen Wegen Geld verdienst.
Deine Werbung wird geblockt?
Halb so wild.
Du hast noch sieben andere Kassen.
Quellen (7)
[1] Apple Support — Privates Surfen in Safari und Tracking-Schutz
https://support.apple.com/ja-jp/105028
[2] Brave — Werbe- und Tracker-Blocking
https://brave.com/
[3] Mozilla Support — Total Cookie Protection
https://support.mozilla.org/en-US/kb/total-cookie-protection-and-website-breakage-faq
[4] Google AdSense Help — Nachrichten zur Umsatzwiederherstellung bei Werbeblockern
https://support.google.com/adsense/answer/11576589
[5] Verbraucherbehörde Japan — Regeln zu Schleichwerbung
https://www.caa.go.jp/policies/policy/representation/fair_labeling/stealth_marketing
[6] U.S. FTC — Native Advertising: A Guide for Businesses
https://www.ftc.gov/business-guidance/resources/native-advertising-guide-businesses
[7] Google AdSense Help — Tag zur Erkennung von Werbeblockern
https://support.google.com/adsense/answer/11575177

